Tag 77 der Reise, von Narni nach Otricolo, 15 km

16. November 2022 ...

Heute bin ich zeitig los, denn ich wollte mit Rücksicht auf meinen Fuß langsam gehen. Langsameres Gehen verlangt auch der Regen, der für den ganzen Tag angesagt war. Ich hatte mein Regenzeug gleich früh angelegt, die Stiefel hatte ich mangels Imprägnierspray am Abend zuvor wenigstens noch gefettet.

Aber als ich das Hotel verließ, war nur ein leichter Nieselregen zu spüren. Hinter Narni, auf dem Berg der benachbarten Burg, habe ich dann schnell die Regenjacke und auch einen Teil der Zwiebelschale im Rucksack verstaut, denn es klarte sogar ein wenig auf. Die Wege im Wald waren voller Geröll oder eben schlammig und nass. Endlich kam ich wieder ins Tal und traf auf die Via Flavinia, die hier kaum befahren ist, denn sie wurde durch eine Alternativroute abgelöst. Ich saß in einer Bushaltestelle. (Das ist nicht selbstverständlich in Italien, denn wenn die Bushaltestelle überhaupt ein Dach hat, hats sie oft keine Sitzgelegenheit. Ich habe auf einem Dorf gesehen, dass die Einheimischen einfach alte Plastikstühle in die Haltstelle verfrachtet hatten.)

Komoot hatte mit für heute 20 km verordnet in einem großen „S“ durch das Land, so dass die halbwegs gerade verlaufende Via Flaminia lediglich zweimal gekreuzt wurde. Das habe ich mal beherzt glattgezogen, denn lieber auf der Straße als durch den Wald glitschen. Und das war eine gute Entscheidung, denn der Verkehr auf der Straße hielt sich sehr in Grenzen. Und meine Strecke wurde um fast 5 km kürzer. Die alten Römer haben hier mit mäßiger Steigung in sanften Bögen ihre Straße über die Hügel gezogen. Oft hatte ich schöne Ausblicke, wenn auch alles grau und diesig war heute.

Fast auf dem Scheitelpunkt der Strecke, neben einer Tankstelle, bekam ich in einem kleinen Laden für Landwirtschaftsbedarf sogar mein Silikonspray.

Aber der Regen hatte sich wirklich stark zurückgehalten, die Landschaft war voller Wolken, die teils in den Hängen der Berge verfangen waren. Otricolo sah ich schon von Weitem, denn es liegt auf einer Bergkuppe. So war ich denn ganz entspannt um 14 h im Quartier und habe die gewonnene Zeit für größere Wäsche genutzt. Morgen soll es schön werden, so dass es sich lohnte, den Schlamm aus den Hosenbeinen zu waschen.

Und hier der Weg auf Komoot: https://www.komoot.de/tour/980595975?ref=wtd

Gasse in Narni
Narni am Morgen
Blick in das Tal der Nera von den Nöhen neben Narni
umgestürzter Baum
Komoot hatte mal wieder eine Abkürzung vorgeschlagen, aber das ganze Gesträuch war nass. Mitten im Wald ein Vorgelbauer
Auf der Via Flaminia
Regenwolken
Blick auf Otricolo

Day 77 of the journey, from Narni to Otricolo, 15 km.

Today I set off early, because I wanted to walk slowly with consideration for my foot. Slow walking is also required by the rain that was forecast for the whole day. I had put on my rain gear early and at least greased my boots the night before due to the lack of waterproofing spray.

But when I left the hotel, there was only a light drizzle. Behind Narni, on the hill of the neighbouring castle, I then quickly stowed the rain jacket and also part of the onion skin in my rucksack, because it was even clearing up a little. The paths in the forest were full of rubble or just muddy and wet. Finally I got back to the valley and met the Via Flavinia, which is hardly used here, as it has been replaced by an alternative route. I sat in a bus stop. (This is not a matter of course in Italy, because if the bus stop has a roof at all, it often has no seating. I saw in one village that the locals had simply moved old plastic chairs into the bus stop).

Komoot had prescribed 20 km for today in a big „S“ through the countryside, so that the more or less straight Via Flaminia was only crossed twice. I bravely smoothed that out, because I’d rather be on the road than slipping through the forest. And that was a good decision, because the traffic on the road was very limited. And my distance was almost 5 km shorter. The ancient Romans used to draw their road here with a moderate gradient in gentle curves over the hills. I often had beautiful views, even though everything was grey and hazy today.

Almost at the apex of the route, next to a petrol station, I even got my silicone spray in a small shop for agricultural supplies.

But the rain had really held off, the landscape was full of clouds, some of which were caught in the slopes of the mountains. I could see Otricolo from a distance, because it is situated on a hilltop. So I was relaxed and arrived at my accommodation at 2 pm and used the time to do some major laundry. Tomorrow it is supposed to be nice, so it was worth it to get the. It was worth washing the mud out of my trouser legs.