ZEHN ARTEN ZU VERGESSEN

Die in Berlin lebende Autorin Uta Ackermann hat achtzehn Texte zu achtzehn Gegenständen geschrieben, die in ihrem Leben eine besondere Bedeutung hatten. Die teils banalen Dinge tauchen wie Metaphern der Existenz immer wieder in ihrem Leben auf, stehen für skurrile, tragische und fatale Begegnungen. Die Dinge sind Bilder politischer Zustände, mit denen die Autorin in der DDR, in der Sowjetunion und in gegenwärtig existierenden Staaten konfrontiert wurde. Die Texte wie die Dinge sind Träger einer komprimierten Autobiographie.

Ich bin Uta Ackermann Mit­te der achtziger Jahre für wenige Tage, die in einen kurzen, aber intensiven Briefwechsel mündeten, be­gegnet. Dem folgte eine Phase des nichts voneinander Wissens, nichts voneinander Hörens, die siebenund­zwanzig Jahre andauerte. Erst vor einigen Jahren traf ich die Autorin erneut und es entstand die Idee zu einem gemeinsamen Projekt. Ich habe von den verwahrten Gegenständen sorgfältig in­szenierte Fotografien angefertigt. Die Dinge und die biografischen Stationen der Autorin haben auf diese Weise eine zweite Ebene gefunden.

Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit: einzeln nummerierte schwar­ze Schachteln in einer Auflage von siebenundvierzig Exempla­ren (47+2 AP). Sie enthalten jeweils zehn Fotografien als Handabzüge des Autors auf hochwertigem Papier im Format 85 x 68 mm. Auf der Rück­seite jeder Fotografie wurde auf einem gefalteten Blatt der zugehörige Text appliziert. In jedem der Kartons befindet sich ein Passepartout, passend zu den Fotografien geschnitten, und ein Zertifikat, wel­ches die Echtheit, die Autorenschaft und die autorisierte Ausführung der Prints bescheinigt. Inzwischen gibt es eine französische Edition mit Übersetzungen der inzwischen auf achtzehn Texte angewachsenen Arbeit.

In der Ausstellung werden die Motive als Drucke in einer Auflage von jeweils 5 + 1 AP im Format 50 x 40 cm auf Bögen im Format 61 x 61 cm gezeigt.

Ten ways to forget

Uta Ackermann (author) and Eric Pawlitzky (photographer) show eighteen texts according to eighteen photographs about things, that stand as autobiographical milestones in the life of the author. Ten large-format prints show the things overdimensioned in an artificial light-installment. Black boxes contains ten smaller prints of the things and the texts togehter with a passepartout instead of a catalouge and as part of the installation.

Pawlitzky Dinge-037555

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erdmute

Erdmute ist ein Eskimomädchen, sie war schon immer da, und als ich sprechen lernte, lernte ich auch, ihren Namen zu sagen. Er klang damals so geheimnisvoll und fremd wie heute: Warum Erde? Wohnte sie da unten? Bei den Maulwürfen? Warum Mut? War es, weil man mutig sein musste, um da unten im Dunkeln zu sein? Erdmute ist in die Jahre gekommen. Der Kopf sitzt nicht mehr fest auf dem Körper…… (Die ganze Geschichte gibt es mit neun weiteren in der schönen Schachtel. Zu beziehen über die Autoren.)